Medizin
Gerüche gegen Krankheiten -
Alternative Medizin
Ätherische Öle haben in der Medizin eine lange Tradition. Schon die alten Ägypter setzten sie zur Behandlung von Krankheiten ein. Bis zum Aufkommen der modernen Pharmazie waren sie die wichtigsten Wirkstoffe in der abendländischen Medizin. Jetzt feiern Sie eine Renaissance: In England werden ätherische Öle zumeist bei der Massage eingesetzt. In Frankreich ist die Einnahme weit verbreitet. In Deutschland ist die Verwendung in der Duftlampe besonders beliebt. Aromaöle haben Konjunktur. Die Wärme einer Kerzenflamme sorgt dafür, dass sich der heilsame Duft im Raum verteilt. Einige hundert Essenzen sind mittlerweile im Angebot. Die Aromatherapie verspricht vor allem bei psychischen Problemen Hilfe. Sie soll gegen Stress helfen, innere Unruhe beseitigen, Angst und Traurigkeit vertreiben.
Die Methode
Es gibt zahlreiche und sehr unterschiedliche Erklärungsansätze für die Wirkung der Aromatherapie. Viele Therapeuten sehen die ätherischen Öle schlicht als Medikamente. Andere erklären ihre Wirkungsweise mit einem homöopathischen Ansatz. In Deutschland besonders verbreitet ist die esoterische Sichtweise, die an eine Wirksamkeit von Schwingungen und Energien glaubt. Demzufolge hat jede Pflanze ihr eigenes Schwingungsmuster. Auch die ätherischen Öle der Pflanze tragen dieses Energiemuster. Nicht die Inhaltsstoffe, sondern diese Schwingungsmuster sollen Krankheiten heilen. Auch der Mensch hat sein Energiemuster. Ist er gesund, hat es eine charakteristische Form. Ändert sich sein Gesundheitszustand, dann ändert sich auch die Form seines Energiemusters - so die esoterische Vorstellung. Mit der Energie der passenden ätherischen Pflanzenöle soll das Energiemuster des Kranken kuriert und seine Gesundheit wieder hergestellt werden. In einem ausführlichen Beratungsgespräch versuchen Aromatherapeuten, die passenden Essenzen für die Patienten zu finden. Geruchsempfindungen dienen hier als Spiegelbild und Zugangsweg zu den verborgenen Problemen der Hilfesuchenden. Unterschiedlich sind die Wirkmodelle, doch einheitlich ist die Zuordnung der verschiedenen Öle zu Krankheitsbildern.
Die wissenschaftliche Grundlage
Eine Studie belegt die Macht der Düfte. Kunden verbleiben in speziell bedufteten Räumen 20 Prozent länger und geben sechs Prozent mehr Geld aus. Die medizinische Forschung bietet ein Erklärungsmodell für den Einfluss der ätherischen Öle auf die Seele. Wenn die Düfte in das Geruchszentrum der Nasenschleimhaut dringen, aktivieren sie direkt den Geruchssinn im Gehirn. Das Riechhirn stimuliert dann benachbarte Gehirnzentren, die Hormone produzieren und Gefühle steuern. So kann der Lavendelduft auf diesem Weg beruhigend wirken und bei Stressgeplagten die Fähigkeit zur Entspannung fördern. Rosmarin hat die entgegengesetzte Wirkung: er stimuliert das Nervensystem und unterstützt so Aufmerksamkeit und Konzentration. Die Aromatherapie hat eine wissenschaftliche Grundlage, doch für eine medizinische Therapie ist die Wirkung der Düfte zu unspezifisch und zu schwach.


